Kultur



Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.“

– Karl Kraus

In meiner Arbeit als Forscherin, Kuratorin und Vermittlerin von Geschichten über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Lebenswelten, interessiert mich vor allem, was uns täglich umgibt, ohne dass wir genauer darüber nachdenken. Warum ist etwas da? Woher kommt es? Für wen und wofür wurde es geschaffen? Welche Geschichten und Absichten stecken hinter den Orten und Dingen, die wir als Teil unserer Kultur wahrnehmen?

In einem Archiv der Lebenswelten sammle ich deshalb Informationen über den öffentlichen Raum und über die Bedeutung von Orten – abseits von Tourismus, Museen, klassischen Archiven oder Wikipedia. Mich interessieren die oft übersehenen Spuren des Alltags und die Geschichten, die Orte prägen.

Dabei frage ich auch, wie unser Bild von Kultur entsteht und warum wir bestimmte Vorstellungen so selbstverständlich mit Identität verbinden. Vielleicht zeigt sich auf diese Weise, dass unsere Lebenswelten vielfältiger und widersprüchlicher sind, als wir glauben?

culturetube Archiv der Lebenswelten

Kulturelle Teilhabe passiert möglicherweise stärker im öffentlichen Raum als in kulturellen Institutionen. Mein Ansatz geht deshalb der Frage nach, wie Kultur direkt im Alltag und im gemeinsamen Erleben entsteht. Daraus sollen langfristig Kulturinitiativen und künstlerische Projekte entstehen, die kokreativ und partizipativ arbeiten – mit Menschen, deren Lebensrealität und Geschichten wortwörtlich „auf der Straße“ zu finden sind.

Cristina Fiorenza

Fragile City, 2008